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Europa erleben - Grenzen überwinden

Donnerstag, 25. Juli 2019
Brücken und Fähren am EuroVelo 15 - Rheinradweg

Der EuroVelo 15 – Rheinradweg zählt seit einigen Jahren zu den beliebtesten Radfernwegen in Europa. Dies liegt zum einen an der einmaligen Landschaft, die der Rhein bietet – von den Schweizer Alpen bis hin zur Nordsee in den Niederlanden. Zum anderen steht hinter dem Erfolg auch eine enge Zusammenarbeit der angrenzenden Regionen in der Schweiz, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Auch wenn der Rhein an einigen Stellen als natürliche Grenze zwischen zwei (Bundes-) Ländern fungiert, so hat er doch auch viele verbindende Elemente. Auf einer Radtour entlang des Rheinradwegs wird dies vor allem durch faszinierende Rheinüberquerungen, wie Brücken und Fähren, deutlich.

Eine ganz besondere Grenzüberquerung bietet die Holzbrücke Bad Säckingen zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz. Die über 400 Jahre alte Brücke ist mit einer Länge von rund 205 Metern die längste gedeckte Holzbrücke Europas. Während des Mittelalters wurde sie wiederholt durch Hochwasser zerstört, sodass man sich 1570 dazu entschloss, die Brücke erstmals auf steinerne Pfeiler zu setzen. Die sechs Steinträger und der Oberbau, der 1810 von Blasius Baldischwiler aufgerichtet wurde, prägen bis heute ihre charakteristische Gestalt. Ein besonders beliebtes Fotomotiv auf der autofreien Brücke ist der weiße Strich in der Mitte, der die Ländergrenze symbolisiert.

Auch die bekannte Dreiländerbrücke ist ein Symbol für die Verbundenheit zweier Länder. Sie verbindet die beiden Partnerstädte Weil am Rhein auf deutscher und Huningue auf französischer Rheinseite miteinander. Mit einer Stützweite von rund 230 Meter und einer Gesamtlänge von 248 Meter ist sie die längste frei tragende Fußgänger-und Radfahrerbrücke weltweit. Sie wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Brückenbaupreis 2008, der Arthur G. Hayden Medaille als höchste internationale Auszeichnung, sowie dem weltweit renommiertesten Ingenieurpreis der International Association for Bridge and Structural Engineering (IABSE), dem Outstanding Structure Award.

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Dreiländerbrücke, Huningue

Wer auf dem EuroVelo 15 – Rheinradweg unterwegs ist und im rheinhessischen Worms auf die hessische Seite übersetzen möchte, sollte über die alte Wormser Rheinbrücke fahren. Da sie im Stile der Nibelungensage gestaltet wurde, wird sie auch Nibelungenbrücke genannt. Die Brücke selbst ist zwar noch nicht so alt, aber der neuromanische 53 Meter hohe Nibelungenturm wurde bereits 1900 nach den Plänen von Stadtbaumeister Karl Hofmann errichtet. Der Turm überspannt die Fahrbahn und bietet somit einen repräsentativen Eingang zur Stadt. Auf der gegenüberliegenden hessischen Seite gab es einen baugleichen Turm, der allerdings kurz vor Kriegsende 1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde.

Zwischen der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz und Koblenz gibt es keine feste Rheinquerung, sodass dort Fähren das Bild prägen. Im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz sind die Fähren längst zu einer Attraktion an sich geworden. Bereits seit dem Mittelalter gibt es den Beruf des Fährmanns und auch heute noch nutzen Einheimische wie Besucher die Fähren gleichermaßen gerne. So genießt man bei einer Überfahrt entspannt den Fahrtwind und einen besonderen Blick auf die Umgebung. Fahrräder sind auf den Fähren ausdrücklich erlaubt.

Eine der bekanntesten Rheinbrücken ist sicherlich die Hohenzollernbrücke in Köln – prägt sie doch zusammen mit dem Kölner Dom das Stadtbild. Die Brücke ist in den letzten Jahren zu einem wahren Wallfahrtsort für Verliebte geworden. Um ihre ewige Liebe und Treue auszudrücken, befestigen sie Schlösser am Brückengitter und werfen den Schlüssel in den Rhein. Seither schmücken tausende dieser individuellen Liebesschlösser die Brücke. Auf einer Fahrradtour am Rheinradweg lohnt sich also ein kleiner Zwischenstopp um sich dieses Phänomen einmal genauer anzuschauen.

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Hohenzollernbrücke, Köln

Auf dem niederländischen Teil des EuroVelo 15 – Rheinradwegs lohnt sich ein kurzer Abstecher nach Rotterdam, denn dort wartet nicht nur eine faszinierende Stadt, sondern auch eine der außergewöhnlichsten Brücken der Niederlande darauf, erkundet zu werden. Die Erasmus-Brücke sticht mit einem einzelnen Pylonen aus hellblauem Stahl bis zu 139 Meter in die Höhe. Auf einer Gesamtlänge von 800 Meter sind 40 Stahlseile gespannt. Aufgrund der einzigartigen Form der Brücke wird sie auch liebevoll „De Zwaan“ (‘Der Schwan‘) genannt. Die Brücke verbindet den historischen Stadtteil Delfshaven mit dem futuristischen Kop van Zuid.

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Erasmus-Brücke, Rotterdam

Ausführliche Informationen rund um den Rheinradweg finden Sie unter de.eurovelo.com/ev15.