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Olek's EuroVelo-Insider-Tipps: Auf dem Rad durchs Rheindelta

Mittwoch, 6. November 2019
Drei unserer Kolleg*innen waren in diesem Sommer auf dem EuroVelo 15 - Rheinradweg unterwegs. Dies bietet uns die Gelegenheit, unsere Reihe zu den "EuroVelo-Insider-Tipps" fortzusetzen. Unser ECF-Infrastruktur-Experte Aleksander Buczyński hat den niederländischen Teil des Rheinradwegs zurückgelegt, wo sich der Rhein zu einem großen Delta erweitert.

Die Niederlande ist für ihre Radfahrkultur allgemein bekannt, und das zeigt sich auch am Rheinradweg. Der niederländische Teil der Route zeichnet sich durch eine gute Infrastruktur, einen interessanten Landschaftsmix, vielfältige historische und Natur-Attraktionen sowie eine Fülle von Services aus, die für Radfahrende interessant sind. Die Route nutzt das gut ausgebaute Netz an lokalen Radwegen in den Niederlanden und führt durch zahlreiche sehenswerte Städte.

Es gibt vielleicht kein anderes Land auf der Welt, das so gekonnt im Einklang mit dem Wasser zu leben weiß. Der Rheinradweg schlängelt sich wie sein Namensgeber selbst durch die Niederlande und überquert mehrmals den Rhein und seine Flussarme. Hier sind meine Empfehlungen für eine faszinierende Reise entlang des niederländischen Teils von EuroVelo 15:

  • Kurz vor der Einfahrt nach Arnheim treffen Sie auf Rijnwaalpad- eine der ältesten und am besten ausgebauten Radfernstraßen überhaupt. Sie verbindet Arnheim und Nimwegen. Ingenieure aus der ganzen Welt kommen hierher, um zu lernen, wie sich eine schnelle Fahrradroute (fast) gänzlich ohne Unterbrechung bauen lässt. Hauptstraßen werden dank Brücken oder Tunneln leicht überquert, und an kleinen Straßen wurden die Kreuzungen so rekonstruiert, dass die Radfahrenden Vorfahrt haben. Wenn Sie sämtliche 18 Kilometer nach Nimwegen radeln, erreichen Sie einen zwei Kilometer langen Snelbinder, die größte Fahrradbrücke der Niederlande.
  • Zwischen Wijk bij Duurstede und Gorinchem kommen Sie an Betuwe vorbei – dem Obstgarten der Niederlande. Wenn Sie diesen Ort im Frühjahr besuchen, stehen die Kirschbäume in bezaubernder Blüte. Später im Jahr finden sich entlang der Strecke Stände mit frischem Obst und Produkten der Bauern vor Ort.
  • Der niederländische Teil der Strecke nutzt viele Fähren. Die meisten von ihnen sind sehr zuverlässig und verkehren häufig, aber die kleine Pontje Steur, die Werkendam und De Biesbosch verbindet, hat leicht eingeschränkte Betriebszeiten. Wenn Sie diese Strecke außerhalb des Sommers oder am Abend radeln, planen Sie eine alternative Route über das Knotenpunkt-Netzwerk (z.B. ab Knoten 23 - 30 - 22 - 10 - 29 - 13).
  • In Kop van't Land können Sie kurz nach dem Verlassen der Fähre links abbiegen, um ein schön gelegenes vegetarisches Restaurant und ein vegetarisches Café direkt daneben zu finden. Sie können hier sogar eine vegetarische Version der traditionellen niederländischen Bitterballen bekommen!
  • Wenn Sie etwas außergewöhnlichere Fahrradinfrastruktur erleben wollen, schauen Sie sich die Unterwasser-Fahrradtunnel von Rotterdam an. Der Eingang zum Maastunnel befindet sich direkt an der Route im Het Park; um den Beneluxtunnel zu besuchen, biegen Sie in die LF12-Route bei der Station Vlaardingen Oost ein.
  • Nach der Ankunft in Hoek van Holland können Sie Ihr Abenteuer auf sehr guten und malerischen Radwegen entlang der Nordseeküste fortsetzen. Sie können entweder nach Norden, nach Den Haag und Amsterdam oder nach Süden fahren, durch Seeland nach Belgien. Auf der Fähre von Hoek van Holland nach Europoort können Sie rechterhand sogar Robben auf einer Insel ausmachen.
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Der niederländische Teil der Strecke zeichnet sich durch gute Fahrradinfrastruktur aus.
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Snelbinder – Zwei Kilometer lange Fahrradbrücke auf dem Radweg Arnheim-Nimwegen.
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Radfahren durch Betuwe - der Obstgarten der Niederlande.
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Pontje Steur - die kleinste Fähre auf der Route.
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Radfahren unter Wasser im Benelux-Tunnel bei Rotterdam.
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Ende der Route in Hoek van Holland.
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Setzen Sie Ihr Abenteuer auf EuroVelo 12 in Seeland fort.

Bitte lesen Sie auch, welche Erfahrungen meine Kolleg*innen Florence und Ernst auf dem Rheinradweg in der Schweiz, Frankreich und Nordrhein-Westfalen gemacht haben.