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Per Fahrrad und Zug Österreichs attraktive Radrouten entdecken

Dienstag, 18. Dezember 2018
Intermodalität, also die Verknüpfung verschiedener Verkehrsträger, wird für den Tourismus immer wichtiger. Viele beliebte Reiseziele in ganz Europa sind durch die Kombination von Fahrrad und Zug erreichbar.
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Fahrradtouristen, die mit dem Fahrrad und dem Zug reisen.

Der intermodale Verkehr trägt nicht nur dazu bei, die Umweltauswirkungen unserer Ferien zu reduzieren. Gut gemacht kann dieser Ansatz auch eine flexiblere, komfortablere und bequemere Möglichkeit bieten, unsere Ferienziele zu erreichen. Nach neuesten Umfragen nutzen etwa 60% der Radtouristen, die mindestens einmal während ihrer Reise übernachten, Züge auf ihrer Radtour. Darüber hinaus bezeichnete die EU-Kommissarin für Verkehr, Violeta Bulc, 2018 als das "Jahr der Multimodalität" – ein Jahr, in dem die Europäische Kommission die Bedeutung der Multimodalität für das Verkehrssystem in der EU zur Sprache brachte und immer noch betont. Um mehr Menschen zu ermutigen, sich für eine Kombination von Verkehrsmodi zu entscheiden, muss sichergestellt sein, dass die Verbindungen so nahtlos wie möglich sind.

Europa verfügt über ein ausgedehntes Eisenbahnnetz, das die meisten Ecken des Kontinents erreichbar macht, einschließlich des EuroVelo-Netzwerks. Die Kombination von Radfahren und öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglicht es Touristen, Ziele außerhalb der wichtigsten Tourismuszentren zu besuchen. Sie verlassen auf diesem Weg die ausgetretenen Pfade und tragen zur Entwicklung der lokalen Wirtschaft bei.

Trotz der vielen Vorteile ist es in Europa nicht immer einfach, mit dem Fahrrad im Zug zu reisen. Die meisten Regional- und Nahverkehrszüge akzeptieren Fahrräder an Bord, allerdings manchmal nur unter bestimmten Bedingungen. In Hochgeschwindigkeits- und internationalen Zügen kann der Fahrradtransport sehr schwierig sein. In diesem Artikel möchten wir einen erfolgreichen Ansatz aus Österreich hervorheben.

Die Arbeit der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und des Nationalen EuroVelo-Koordinators in Österreich (Radlobby) ist ein sehr gutes Beispiel für den Rest Europas. Seit der Entscheidung der ÖBB im Jahr 2012, ihre Politik zu ändern und die Beförderung von Fahrrädern in ihren "Railjet"-Hochgeschwindigkeitszügen zuzulassen, hat es viele Verbesserungen gegeben. Seit 2016 ist in allen 60 Railjet-Zügen die Beförderung von fünf bis sieben Fahrrädern möglich. Diese Plätze müssen im Voraus gebucht werden. Die Buchung ist auf oebb.at und in allen ÖBB-Reisezentren möglich. Bei den Regionalzügen verfügt der ÖBB-Cityjet über 12 oder 18 Fahrradplätze, während die ÖBB-S-Bahn 12 Fahrräder aufnehmen kann.

Eine positive Entwicklung in jüngster Zeit war die Integration von Fahrradstellplätzen in die Nightjets. Dies sind die Nachtreisezüge der ÖBB, die Österreich mit vielen Nachbarländern wie Deutschland, Italien und der Schweiz verbinden. Das Fahrrad lässt sich bereits auf acht Nightjet-Strecken. zwischen Österreich und Deutschland mitnehmen. Mit diesem Service hat die ÖBB das Nachtzugangebot erweitert und Verbindungen übernommen, die vor einigen Jahren von der Deutschen Bahn aufgegeben wurden. Bis 2022 soll der Fahrradtransport in allen ÖBB-Nightjets möglich sein.

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Ein praktischer Fahrradraum.
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Fahrradständer.

Radtouristen, die sich für eine Reise nach Österreich entscheiden, stehen viele interessante Radwege offen. Dazu gehören die vier EuroVelo-Routen, die das Alpenland in allen Richtungen durchqueren: EuroVelo 6 – Atlantik-Schwarzes Meer, EuroVelo 7 – Sonnenroute, EuroVelo 9 – Ostsee-Adria-Route and EuroVelo 13 – Iron Curtain Trail. Mit der Webseite www.eurovelo.at verfügt Österreich über ein nationales EuroVelo-Portal, das alle notwendigen Informationen für das Radfahren auf diesen Routen bietet. Pünktlich zum Start der Radsaison 2019 soll es auf dieser Webseite auch detaillierte und benutzerfreundliche Informationen über die Möglichkeiten der Fahrradbeförderung in Zügen und Bussen entlang von Österreichs EuroVelo-Routen geben. Mit Wien an der Schnittstelle von EuroVelo 6 und EuroVelo 9 ist es für Radtouristen sehr wichtig, mit dem Fahrrad nach Österreich reisen zu können.

In Österreich gibt es aber auch ein nationales Radwegenetz. Alle Radwege des Landes sind auf www.radtouren.at/en aufgeführt, zusammen mit einer Liste von Übernachtungsmöglichkeiten und einer interaktiven Radkarte. Es gibt ausgeschilderte Radwege entlang der wichtigsten Flüsse und Seen, in wunderschönen Tälern und auf den Spuren einiger historischer Pfade. Die Webseite bietet auch Rundwege an, um ein Gebiet im Detail zu erkunden, wie der von Kaiser Franz Joseph und seiner Frau Sissi bevorzugte Salzkammergut-Radweg ie von Weinbergen umgebene Weinland Steiermark Radtourund der Thayarunde-Radweg entlang alter Bahnlinien.

Lassen Sie uns Ihnen nun einige praktische Informationen über das Reisen mit dem Fahrrad in Österreichs Zügen geben. Für Routeninformationen und den Ticketkauf ist die ÖBB-Webseite natürlich ein guter Ausgangspunkt. Falträder können ohne Aufpreis und ohne Reservierung in allen Zügen mitgenommen werden. Die ÖBB empfiehlt, für das Faltrad eine Fahrrad-Tragetasche zu verwenden. In vielen Bahnhöfen können Sie Ihr Fahrrad sicher parken oder schnell reparieren lassen. Insbesondere die Radstation im Wiener Hauptbahnhof bietet eine Vielzahl von Dienstleistungen. An vielen Bahnhöfen lassen sich Fahrräder auch mieten.

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Piktogramm des Fahrradraums.

Sie fragen sich, wie Sie mit dem Fahrrad in andere europäische Länder reisen können? Die Webseiten von Eurail und Interrail geben einige Ratschläge. Sie bieten auch die Interrail oder Eurail Global Pässean, die entweder für europäische Staatsangehörige und Personen mit offiziellem Wohnsitz in Europa (Interrail) oder Personen ohne Wohnsitz in Europa (Eurail) gelten. In beiden Fällen handelt es sich um einen All-in-One-Zugpass, der Ihnen flexiblen Zugang zu den meisten Zügen in ganz Europa ermöglicht. Die Kombination aus Interrail- oder Eurail-Pass, Fahrrad und EuroVelo-Netzwerkkarte klingt nach dem perfekten Rezept für einen Urlaub in Europa! Um diesen Traum zu verwirklichen, sollten jedoch in den kommenden Jahren mehr Fernzüge den Fahrradtransport ermöglichen.

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Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit der Radlobby verfasst.

Wir können nur hoffen, dass die ÖBB ihre von der Radlobby angeregten Verbesserungen beim Transport von Fahrrädern in Zügen fortsetzt und dass bald weitere europäische Länder ihrem Beispiel folgen werden.

Titelbild © ÖBB

Alle anderen Bilder werden von Radlobby zur Verfügung gestellt